René-Kuczynski-Preis 2012 an Karin Hausen

Announcement ITH, Linz (German text)

René-Kuczynski-Preis 2012 an Karin Hausen
für ihr Buch:
Geschlechtergeschichte als Gesellschaftsgeschichte (= Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft Bd. 202), Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2012, 394 S., gebunden, ISBN 978-3-525-37025-4

Die Jury des Vereins zur Vergabe des René Kuczynksi Preises hat als Preisträgerin für 2012 die deutsche Historikerin Karin Hausen nominiert.

Zum preisgekrönten Buch: Geschlechtergeschichte zu schreiben erzwingt kritische Distanz zu vielen, lange Zeit als selbstverständlich hingenommenen historischen Erzählweisen, Konzepten, Begriffen und Theorien. Diese Anforderungen erfüllt Karin Hausen meisterhaft. Die in diesem Buch zusammengestellten Aufsätze verdeutlichen Programm und Methode der Geschlechtergeschichte und stellen neue Forschungsergebnisse vor. Sie klären u. a., wie und warum erwünschte Geschlechternormen als kulturelle Werte in Gesellschaften formuliert und verallgemeinert werden oder was mit der angeblich von Gott oder der Natur den Frauen zugedachten Hausarbeit geschieht, wenn sie in das von kapitalistischer Industrialisierung, Urbanisierung und wohlfahrtsstaatlicher Flankierung gestaltete Umfeld eingeordnet ist.

Die Preisverleihung findet im Herbst 2012 in Wien statt. Nähere Informationen folgen.

Prof. Dr. Karin Hausen
Historikerin, war 1978-1995 Professorin für Wirtschafts- und Sozialgeschichte am Institut für Geschichtswissenschaft der Technischen Universität Berlin und 1999-2003 Professorin für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung.
Hausen ist eine der Pionierinnen der Frauengeschichte im deutschsprachigen Raum.
Weitere Schwerpunkte ihrer Arbeit waren die Kolonial- und die Technikgeschichte.
Sie gründete das Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung (ZIFG) an der TU Berlin und leitete es von 1996 bis zu ihrer Emeritierung 2003. Sie war Mitherausgeberin der Publikationsreihe Geschichte und Geschlechter und ist es seit 1996 bei L’Homme. Zeitschrift für feministische Geschichtswissenschaft.

Jury:
Univ.-Prof. Dr. Gerhard Botz (Institut für Zeitgeschichte der Univ. Wien)
Univ.- Prof. Dr. Josef Ehmer (Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Univ. Wien)
Prof. Dr. Rüdiger Hachtmann (Berlin)
Prof. Dr. Jörg Roesler (Berlin)
Prof. Dr. Claudia Ulbrich (Friedrich-Meinecke-Institut, Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften der FU Berlin)
Univ.-Doz. Dr. Berthold Unfried (ITH & Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Univ. Wien)

http://www.ith.or.at/ith/kuczynski2012.htm