Conference "Arbeit. Bildung. Ermächtigung? Neue Perspektiven auf die Bildungsgeschichte von Arbeiter:innen" (German)

Event, deadline 20 October 2026
Halle (Saale)/Germany
 
Veranstalter: Wiebke Wiede, Universität Trier; Vincent Streichhahn / Jens Elberfeld, Universität Halle; Jan Kellershohn, Institut für Landesgeschichte am LDA Sachsen-Anhalt; Till Kössler, Universität zu Köln; Stefan Müller, Archiv der sozialen Demokratie; Niklas Venema, Universität Leipzig; Johanna Wolf, Max-Planck-Institut für Rechtsgeschichte und Rechtstheorie; German Labour History Association; Friedrich-Ebert-Stiftung; Hans-Böckler-Stiftung; Rosa-Luxemburg-Stiftung (Englischer Saal, Franckesche Stiftungen)
Ausrichter: Englischer Saal, Franckesche Stiftungen
PLZ: 06110
Ort: Halle (Saale)
Land: Deutschland
Findet statt: In Präsenz
Vom - Bis: 11.11.2026 - 13.11.2026
Deadline: 20.10.2026
 

Die vierte Tagung der German Labour History Association (GLHA) befasst sich mit der Bildungsgeschichte von und für Arbeiter:innen in sozial- und kulturgeschichtlicher Perspektive vom 19. bis zum 21. Jahrhundert. Die Arbeiter- und Arbeiterinnenbewegung sowie die mit ihr verbundenen sozialen und politischen Bewegungen (wie Sozialdemokratie oder proletarische Frauenbewegung) waren immer auch Bewegungen, die im Kern versuchten, durch Bildung Selbstermächtigung und alternative politische Handlungsformen zu erreichen. Gleichwohl unterlag Bildung von oder/und für Arbeiter:innen in der sozialen und politischen Praxis stets divergierenden, gesellschaftlichen und individuellen Interessen.

Die Tagung soll die Bildung von „Arbeiterinnen“ und „Arbeitern“ (in einem weiten Begriffsverständnis) mit einem Fokus auf die Verflechtungen von Arbeit, Bildung und Ermächtigung beleuchten. Im Zentrum steht die Frage, wie Arbeiter:innen nicht nur als Akteur:innen sozialer Bewegungen, sondern auch als Produzent:innen und Träger:innen von Ideen und Konzepten sichtbar gemacht werden können.

Programm

Mittwoch, 11.11.2026

Vorher: Mitgliederversammlung German Labour History Association

15:30 Uhr: Begrüßung und Einführung: Sibylle Marti, Wiebke Wiede

15:45–16:45
Moderation: Sibylle Marti

Keynote
Sabine Reh, Zwischen Pädagogisierung von Strukturproblemen und Selbstregulation. Bildungsmaßnahmen für Erwerbslose (1914–1933)

16:45–17:00 Uhr: Pause

17:00–18:15 Uhr: Arbeiter:innenbildung in der DDR
Moderation: Till Kössler

Maike Sophia Baader/Sandra Koch, Die Darstellung und Thematisierung der lesenden und sich bildenden Arbeiter:innen in Bildungsmedien der DDR

Christopher Hölzel, Vom humanistischen Bildungsideal zur musealen Praxis: Museumspädagogik und soziale Öffnung in der DDR am Beispiel der Staatlichen Museen zu Berlin

Abendessen im Halleschen Brauhaus (Selbstzahlerbasis)

Donnerstag, 12.11.2026

09:00–10:45 Uhr: Angleichung-Abgrenzung: Strategien gesellschaftlicher Durchsetzung
Moderation: Johanna Wolf

Ingrid Miethe, „Wie gewinnen wir die Jugend für den Sozialismus?“ Die Kontroverse um die sozialistische Kinder- und Jugendbildung im Wilhelminischen Deutschland.

Claudio Steiger, „So schritt die Agitation frisch und freudig vorwärts.“ Debatte und Praxis der Arbeiterinnenbildung um 1900 (Berlin/Zürich)

Jan zum Mallen, Rechtliche Bildung und Rechtsberatung im Deutschen Landarbeiterverband (ca. 1890–1933)

10:45–11:00 Uhr: Pause

11:00–12:45 Uhr: Umgang mit Differenz
Moderation: Niklas Venema

Jan Kellershohn/Daniel Pöhl, Differenz ausbilden. Die Umschulungswerkstätten für Siedler und Auswanderer in Bitterfeld (1931–1945)

Selina Breitbach, „Arbeitsplatz Deutschland“: Migrant Training Programs in West-German Companies, 1955–1973

Manuel Lautenbacher, Arbeiter:innenbildung zwischen Multinationalität und Nationalisierung. Die sozialistische Bukowiner „Bildungsgemeinschaft“ 1926–1931

12:45–14:30 Uhr: Mittagspause

14:30–16:15 Uhr: Bürgerliche und konfessionelle Kontexte
Moderation: Vincent Streichhahn

Marcus Gräser, Bürgerliche Sozialreform und Arbeiter:innenbildung. Deutschland und die USA im Vergleich, 1860–1920

Malte Ebner von Eschenbach, Artikulation vor Position. Die Bildungspraxis im Karlsruher Arbeiterdiskussionsklub

Jacopo Ciammariconi, Politische Bildung, Arbeit und Konflikt: Die FIM-CISL und die Entstehung einer neuen Gewerkschaftskultur

16:15–16:45 Uhr: Pause

16:45–17:45 Uhr: Verleihung Thomas-Welskopp-Dissertationspreis

18:00 Uhr: Kleiner Empfang

Freitag, 13.11.2026

09:00–10:45 Uhr: Subjektivierung und Selbstbildung
Moderation: Jens Elberfeld

Susanne Boehm/Adrian Weiß, „… aufwärts aus der seelischen und geistigen Not […] und aufwärts aus der wirtschaftlichen Not!“ – Gewerkschaftliche Adressierung und Eigensinn junger Arbeiter⁎innen in der frühen Bundesrepublik (1948–1955)

Daniel Rothenburg, Learning by doing: Selbstbildung und Wissensvermittlung in der englischen Genossenschaftsbewegung, ca. 1850er–1870er

Hilke Hammer, „Lernt selbst die sozialistischen Ideen kennen, damit ihr sie lehren könnt.“ Die politische Bildung zu Anti-/Militarismus in der Zeitschrift Die Gleichheit. Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen (1892–1923)

10:45–11:00 Uhr: Pause

11:00–12:45 Uhr: Transformationsphasen
Moderation: Stefan Müller

Henning Podulski, Literaturvermittelte politische Bildung aus der Werkstatt. Der Werkkreis Literatur der Arbeitswelt zwischen kollektiver Literaturproduktion und politischer Bildungsarbeit

Yves Müller, „Arbeit und Leben“ in der Transformation. Gewerkschaftliche Erwachsenenbildung und Zivilgesellschaft am Beispiel der HVHS „Akademie Haus Sonneck“ in Sachsen-Anhalt, 1990–2003

Leandra Ulrike Oles, Arbeiterinnenbildung jenseits institutioneller Räume: Informelle Lernprozesse, Selbstermächtigung und politisches Handeln in der Fraueninitiative Rheinhausen (1987/88)

12:45-13:00: Pause

13:00–13:30: Abschluss

Kontakt

Wiebke Wiede, wiede@uni-trier.de

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